Ein Gastbeitrag von Natscha Nazar

 

Vielleicht fühlst Du Dich im Moment auch ausgebrannt, erschöpft, kraftlos und total überfordert? Es ist möglich, dass Du eine DER Erkrankungen der westlichen Zivilisation hast.

Bevor ich allerdings zu dem Zusammenhang zwischen einem Burnout und Yin Yoga komme, möchte ich Dir die Definition dieser Erkrankung laut WHO erläutern.

 

Das sogenannte Burn Out Syndrom wird nicht als eigene Krankheit klassifiziert, sondern eher als „Störung“ der psychischen Gesundheit in die Gruppe der Depressionen eingeordnet.

Somit sind die Symptome eines Burnouts, ebenso wie bei einer Depression

 

  • Abgeschlagenheit
  • Erschöpfung
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Empfinden von Leere und Sinnlosigkeit

 

Zu diesen Symptomen bringt eine Depression oder ein Burnout oft auch Zukunftsängste, Zwänge, Zwangsgedanken, Panikattacken, Schlaflosigkeit oder Gewichtsveränderungen mit sich.

Es ist wichtig aufzuzeigen, dass nicht nur Manager und Börsenmakler von dieser Störung betroffen sind, sondern auch Mütter, Menschen, die Teilzeit arbeiten oder Schüler und Studenten.

In unserer Gesellschaft, deren verdrehte Werte und Normen uns in den Perfektionismus und in eine „Null Fehler Toleranz“ drängen kann, vergessen wir schnell, uns Zeit für Selbstliebe und Entspannung zu nehmen und brennen völlig aus. Es ist ein starker Wille, Reflexion und Bewusstwerdung nötig, um sich dieser Entwicklung zu widersetzen.

Ein Burnout ist gut heil- und behandelbar, wenn die betroffene Person bereit ist, den altbekannten Weg zu verlassen und eine neue Richtung einzuschlagen. Ein Klinikaufenthalt, natürliche oder chemische Medikamente (auf Zeit) und ein Psychotherapeut sind Unterstützungen, die jeder dank unseres Gesundheitssystems in Anspruch nehmen kann. Wichtig ist hier, ein gesundes Verhältnis zwischen Schul- und Alternativmedizin zu schaffen und sich keiner der beiden Richtungen komplett zu versperren.

Yoga als Allrounder

Wenn Du diesen Artikel liest, bist Du Dir entweder bereits der heilenden Wirkung von Yoga in jeder Lebenslage bewusst, oder Du bist neugierig geworden.

Für jede Not- und Lebenslage gibt es aus der Lebensphilosophie Yoga die richtige, unterstützende, lindernde oder sogar heilende Methode.  Es gibt mittlerweile sogar so

viele verschiedene Yoga Stile, dass man, bevor man mit der eigenen Praxis beginnt,  ein Seminar besuchen könnte, um herauszufinden, welchen Stil man überhaupt austesten möchte.

Warum aber Burnout und Yin- Yoga?

In der konventionellen Therapie bei einer Depression setzt man auf Aktivierung und das „Wieder in die Gänge kommen“ der betroffenen Person im positiven Sinne. Auch in Kliniken soll man zu Sportangeboten oder Yoga Stunden gehen. Der Ansatz ist natürlich gut, wenn man sich wieder aufraffen kann und Dinge tut, die einen nicht stressen, sondern erfreuen. Jedoch können viele, die schon einmal unter einem Burnout gelitten haben, bestätigen, dass auch diese gut gemeinten Angebote nervtötend, kräfteraubend und anstrengend sein können, wenn man psychisch auf dem Zahnfleisch geht und nur noch schlafen will.

Yin Yoga als perfekte Unterstützung in der Behandlung eines Burnouts/ einer Depression

Dieser absolut trendige Yogastil setzt viel früher an und erzielt trotzdem eine großartige Wirkung. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich zu meinen ausgebranntesten Zeiten nicht in der Lage war, auch nur einen Sonnengruß (gängige Aufwärmübung vor dem Üben der eigentlichen Haltungen im Yoga) auszuführen. Auch eine Übungsreihe auf einer DVD, die speziell für Burnout Patienten sein sollte, hat mich gefühlt fast umgebracht und ich habe regelmäßig schon vor der Hälfte der DVD abgebrochen.

Und dann kam Yin- Yoga

Yoga bedeutet „vereinen“. Fast jeder kennt das chinesische Yin Yang Zeichen, in dem Schwarz und Weiß miteinander verbunden sind und ohneeinander nicht existieren können. So kann auch im Leben und in der Philosophie des „Eins Seins“, dem Yoga, das Eine nicht ohne das Andere existieren.

Yin ist das Prinzip des weiblichen und somit eher weich, passiv, langsam und kühlend. So treffen eben diese Eigenschaften auch auf  den Yogastil zu.

Yang ist das Prinzip des Männlichen und vor allem erhitzend, aktiv, schnell und kräftig. Yogastile in dieser Tradition sind z.B. Poweryoga oder Bikram Yoga.

Gehen wir also davon aus, dass sich Menschen, die unter einem Burnout leiden, in der vorangegangenen Zeit viel zu sehr in ihrer Yang Energie bewegt haben. Sie haben stark und aktiv gewirkt und sich dann so sehr erhitzt, dass sie, wie die Bezeichnung der Störung bereits beschreibt, ausgebrannt sind. Genau dies sind die Attribute, die die männliche Energie umschreiben. In der vorherigen und der Akuten Phase eines Burnouts wurde dem weiblichen Prinzip also kaum zeit und Beachtung gewidmet. Dies gilt für Männer ebenso, wie für Frauen.

Deshalb ist das weibliche und weiche Yin Yoga der perfekte Yogastil für Burnout Patienten. Die Yogahaltungen werden lange und langsam gehalten. Auf allen Ebenen kommt Yin Yoga den Betroffenen zu Gute. So, wie sie jetzt Unterstützung von Lieben und Therapeuten brauchen, um wieder zu Kräften zu kommen, dürfen sie beim Yin Yoga so viele Hilfsmittel, wie Kissen und Blöcke benutzen, wie sie individuell brauchen, um trotzdem sanft in die Dehnung und Kräftigung des Körpers und des Geistes zu kommen.

Stück für Stück kommt man wieder in den Fluss.

Ein weiterer Aspekt, für das Üben von Yin Yoga bei einem Burnout spricht und sich in die derzeitige Lebenslage eines Erkrankten übertragen lässt, ist das „Sich zurück nehmen“ und Erspüren der eigenen Belastungsgrenzen. So wie ein Mensch mit einem Burnout einen weiteren Zusammenbruch erleiden würde, wenn er sich wieder in die Arbeit stürzt, ist beim Yin Yoga das langsame Hineinschmelzen in die Haltungen unerlässlich, um Verletzungen zu vermeiden.

Somit ist Yin Yoga bei einem Burnout der ideale Yogastil, um ganz sanft, beschützt und geborgen wieder in Aktion und Aktivität zu kommen.

Wenn dann das weibliche Prinzip die Aufmerksamkeit erhalten hat, die es verdient, ist es an der Zeit, evtl. mit Hatha- Yoga zu beginnen, bei dem das männliche und weibliche Prinzip in einem ausgeglichenen Verhältnis existieren.

Ein Beitrag von:

Natascha Nazar

Natascha Nazar

Bloggerin www.yogascha.de

Natascha ist am 06.09.1984 geboren und bloggt  auf www.yogascha.de über Sonnengrüße und Gefühlsgewitter in der wunderbaren  Welt des Yoga. Sie greift vor allem Themen wie Bhakti Yoga und Hatha Yoga auf, schreibt aber auch über die Schattenseiten Ihres Lebens mit einer Angst- und Zwangsstörung. Sie lädt ein, ein Stück mit Ihr zu gehen und hofft, Mut machen zu können und zu zeigen, dass das Leben lebenswert ist. Natascha ist Dipl.Soz./Päd. und ausgebildete Yogalehrerin.

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