Unser hiesiges Leben beginnt mit einer Einatmung – und endet mit einer Ausatmung. Dazwischen nehmen wir täglich ca 20’000 Atemzüge. Der Atem begleitet uns das ganze Leben lang. Und dennoch schenken wir ihm kaum je Beachtung. Schade, denn bewusste Atmung kann unser Leben sehr positiv verändern.

 

Mein Weg zur bewussteren Atmung

Die Geburt meines ersten Kindes verlief nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Wegen einem hohen Gradstand empfahl mir das Ärzteteam dringend zu einer PDA. Diese ging dann gründlich daneben. Mir stellte es den Atem ab. Was danach alles geschah, weiss mein Mann besser als ich. Auf jeden Fall, hatte ich mit den Folgen dieses Atemstillstandes noch eine ganze Weile zu kämpfen. Die ersten paar Tage lag ich total flach, mein Kreislauf wollte sich nur langsam erholen. Ich weiss eigentlich nicht weshalb, aber ich begann – wohl aus einem inneren Bedürfnis heraus – unbewusst Pranayama zu üben. Insbesondere die Dreigeteilte- und die Wechselatmung wurden zu meinen Krücken. Sie gaben mir Halt, unterstützen mich, ja trugen mich durch diese Zeit. Sie gaben mir unglaublich viel Kraft und Lebensenergie. Zum ersten Mal in meinem (Yoga-) Leben spürte ich, wie heilend bewusste Atmung sein kann.

 

 

Atmung versorgt uns mit Energie

Je besser unsere Zellen mit Sauerstoff versorgt sind, desto mehr Energie haben sie, um Giftstoffe abzutransportieren. So fühlen wir uns automatisch gesünder und fitter – körperlich und geistig.

Das 1 x 1 der Atmung

Wir atmen ununterbrochen, ohne dass wir darüber nachdenken müssen. Wir atmen auch im Schlaf. Auch ein Baby atmet automatisch, sobald es geboren wird. Es ist also offensichtlich, dass jemand oder vielmehr etwas unseren Atem steuert. Dieses etwas nennen wir Atemzentrum. Es sitzt im Hirn und ist stets darum bemüht, dass unser Körper mit Sauerstoff versorgt wird und dass Kohlendioxid abtransportiert wird. Es spürt (via Nervenbahnen) in welchen Situationen wir uns befinden – ruhen wir uns aus? Oder rennen wir? –  und passt unsere Atmung dementsprechend an. Bei grösserer Belastung werden Atemfrequenz und Atemvolumen erhöht. Wir atmen schneller und tiefer, wenn wir uns körperlich anstrengen, weil unser Körper auch auch mehr Sauerstoff braucht und er produziert dann  im Gegenzug auch mehr Kohlendioxid, das wiederum abgeatmet werden muss.

Auch Stress beeinflusst unsere Atmung

Unsere Atmung funktioniert also unbewusst und passt sich unseren Lebenssituationen an. Kein Wunder also, dass sie sich bei Stress also anders verhält, als wenn wir entspannt sind. Wenn wir gestresst sind, sendet unser Körper die Signale einer Notsituation aus, welche bewirken, dass wir kurz, schnell und oberflächlich atmen. Das bewirkt, dass unsere Muskelspannung steigt und wir weniger Schmerzreize empfinden. Beides ist äusserst hilfreich, wenn wir in die Flucht geschlagen werden. Auf Dauer ist das aber ungesund. Wir leiden nicht nur unter Verspannungen, sondern der Körper wird so auch mangelhaft mit Energie versorgt. Ist das Blut nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, beginnen die roten Blutkörperchen zusammenzukleben und stauen sich mit Eiweissen zusammen in den Lymphen fest. So wird der natürliche Transportweg von Sauerstoff, bzw. Kohlendioxid und anderen Giftstoffen blockiert, was dazu führt, dass Nährstoffe ihre Ziel nicht erreichen und Giftstoffe nicht abtransportiert werden.So werden wir weniger leistungsfähig. Laut dem amerikanischen Lymphologen Dr. C. Samuel West können sich Giftstoffe unter anderem auch an Gelenken ablagern und dann zu Arthritis führen.

Richtig Atmen macht und hält gesund

Im Gegenzug kann aber bewusste Atmung unseren Stress abbauen, Burnouts entgegenwirken und Schmerzen lindern. Mit der richtigen Atemtechnik können Selbstheilungskräfte aktiviert werden, und so kann man Kopfschmerzen, Bronchitis, Schlafstörungen, Depressionen und vielen weiteren Leiden nachweislich entgegenwirken.
Kein Wunder also, verlangte mein Körper nach diesem einschneidenden Erlebnis nach Atmung. Ich konnte die heilende Kraft der Atmung so ganz intensiv spüren und erleben. Seither erlebe ich Pranayama ganz anders. Ich spüre nur schon nach wenigen Minuten, wie gut es mir tut. Ich bin dann ganz bei mir. Und diese Verbindung mit dem Selbst, der eigenen Intuition gekoppelt mit der physisch stärkenden Wirkung der Atemarbeit ist extrem kraftvoll.  Und eine ganze Breathwork-Session ist Auftanken pur.

Breathwork-Session im Yogart-Studio

Am Freitag 28.10. haben wir das grosse Prvileg, dass Nik Frey von Freymut uns im Yogart-Studio durch eine 90-Minütige Breathwork-Session führen wird. Ich freue mich extrem darauf – und die Energie, die ich danach haben werde!

Quellen:

Dr. Corwin Samuel West, “The Golden Seven Plus One – Conquer Disease with Eight Keys to Health, Beauty, and Peace ”, 1981, (Die goldenen Sieben plus Eine – besiege Krankheiten mit den acht Schlüsseln zu Gesundheit, Schönheit und Frieden)

Breathwork Session

Mit Nik Frey

 

 

Wetzikon

28. Oktober 2016

Plätze verfügbar: Ausgebucht!

Ein Beitrag von:

Iris Stadelmann

Iris Stadelmann

Gründerin Yogart, Teacher, Bloggerin

Mein Weg zum Yoga hat schon in der Schulzeit begonnen. Doch bis ich regelmässig Yoga übte, dauerte es noch etwas. Via Asanas (körperlichen Übungen) fand ich dann mit der Zeit auch den Zugang zu den anderen Aspekten des Yogas, wie Atemtechniken, Meditation, Mantras. Vor ein paar Jahren habe ich dann meine erste Yogalehrerausbildung gemacht. Diese brachte einen regelrechten Stein ins Rollen.

Während mehreren Jahren habe ich verschiedenste Ausbildungen bei diversen internationalen Lehrern und Lehrerinnen absolviert, wie z.B. Baron Baptist (Power Vinyasa), Chris Chavez (Anusara), Julie Rose Smerdon (Anusara), John Oglivie (Purna Yoga & Yoga Therapeutics), Ana Davis (Pre- and Postnatal), Sean Corn (Vinyasa Flow), Maya Fiennes (Kundalini), Brie Mc Alpine (Kundalini), Duncan Peak (Power Vinyasa) und Susan Tomasko (Power Yoga). Zudem habe ich zahlreiche Workshops im In- und Ausland besucht, zum Beispiel bei Lucia Nirmala Schmidt (Faszien), Benita Wolfe Galvan (Anusara), Satyaa (Kundalini), Ross Rayburn (Anusara), Katchie Ananda (Anusara/Dharma), Richard Freeman (Ashtanga) oder Julie Martin (Vinyasa Flow). Ich bin auch Pilatesinstruktorin und Rücken- und Beckenbodentrainerin. Stetige Weiterbildung ist für mich essentiell.

Am Yoga fasziniert mich die Vielfältigkeit. Ich unterrichte ein Yoga, das auf die Körperausrichtung fokussiert, ohne dass es an Dynamik mangelt. Meine ruhige Art zu unterrichten steht dabei nicht im Wege, im Gegenteil.

Ich habe einen Master of Art in Kunstgeschichte und Anglistik sowie das höhere Lehramt für Mittelschulen abgeschlossen und bin Mutter von Joel und Maurice. Für einige Zeit habe ich in den USA und in Australien gewohnt.

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