Jedes Yogastudio, das etwas auf sich hält, bietet momentan Yin Yoga an. So natürlich auch wir. Aber was ist Yin Yoga und weshalb ist es so populär?

 

Yin Yoga – Woher es kommt

Yin Yoga gehört zu den restorativen Arten von Yoga. Wo genau sein Ursprung liegt ist umstritten. Klar ist, dass es im Westen wirklich bekannt wurde durch Paul Grilley. Er hat am TV Paulie Zink gesehen, einen Kampfsportler mit beeindruckender Flexibilität und daraufhin Kontakt mit ihm aufgenommen. Bald wurde er sein Schüler. Später lernte er von Dr. Hiroshi Motoyama die Theorie der chinesischen Meridiane. Er führte diese beiden Lehren zusammen und verstand so den Zusammenhang zwischen den Asanas (Yogastellungen) und den damit angesprochenen Meridianen. Zusammen mit seinem Wissen über Anatomie entwickelte er die Form des Yin Yoga, das nun auch Einzug in ‘unsere’ Yogastudios gehalten hat.

 

Yin Yoga – Was es ist

Aber was ist es nun, das Yin Yoga?  Yin Yoga ist ein sehr langsamer, entschleunigter Yogastil, in dem einzelne Positionen während relativ langer Zeit gehalten werden. Anfänger beginnen mit 45 Sekunden bis zwei Minuten, Fortgeschrittene bleiben fünf Minuten und länger in den Positionen. Das lange Halten der Positionen führt logischerweise zu einem stärkeren Dehnreiz und es gibt dem Körper auch die nötige Zeit, darauf zu reagieren und das Gewebe eben flexibler werden zu lassen. Normalerweise wird empfohlen, die dehnenden Haltungen einzunehmen, ohne den Körper aufzuwärmen, weil so der Reiz auf das Bindegewebe stärker ist und die Dehnung effektiver wird. Für viele Leute ist es aber angenehmer und einfacher, in die Positionen zu kommen, wenn der Körper etwas aufgewärmt ist. Es empfiehlt sich aber auf jeden Fall, sich etwas wärmer anzuziehen für eine Yin Yoga-Stunde.

Im Yin Yoga im Sinne von Paul Grilley werden durch das lange Halten der Übungen auch die Meridiane gereinigt und ‘ins Lot gebracht’. Somit hat das Yin Yoga einen ähnlichen Effekt wie Akkupunktur. Man kann bei der Auswahl der Übungen einen Fokus auf ein gewisses Problem setzen, oder aber eine Zusammenstellung machen, die möglichst alle Meridiane anspricht.

 

Spannend, aber was sind Meridiane?

In der chinesischen Medizin werden die Energieleitbahnen des Menschen als Meridiane bezeichnet.  Durch sie fliesst Chi, Lebensenergie. Sie verlaufen durch den gesamten Körper und verbinden verschiedene Bereiche auch miteinander (Vgl. Faszien). Wenn diese Bahnen frei und ohne Blockaden sind, ist unser Körper gesund. Entstehen aber Blockaden, kann das Chi nicht mehr frei fliessen, entstehen körperliche Probleme, bzw. Krankheiten, Schmerzen etc.

71 der Meridiane wurden in der chinesischen Medizin benannt, 14 davon als wichtig angesehen. Alle unsere Organe sind mit einem Meridian verbunden.

 

 

Yin Yoga – was es bewirkt

Durch die Übungen werden die verschiedenen Meridiane angesprochen. Man kann den Fokus entweder auf ein bestimmtes Organ legen, das man besonders stark aktivieren möchte, oder aber auch möglichst vielseitig versuchen zu arbeiten, so dass der Energiefluss generell besser wird. So kann Yin Yoga also wie Akupunktur wirken und unser Abwehrsystem stärken – gerade im Herbst sehr empfehlenswert.
Yin Yoga macht aber auch beweglicher und durch das lange Halten der Asanas üben wir uns in Geduld – eine Tugend, die uns heute oft fehlt. Yin Yoga ist somit auch wunderbar entschleunigend und es schenkt uns Zeit mit uns selbst. Ein rares Gut. Wahrer Luxus.

 

Yin Yoga bei Yogart

Yin Yoga Klassen werden mittlerweile in fast allen Yogastudios angeboten. Natürlich auch bei uns, im Yogart. Ab Freitag 30. September 2016 gibt Sereina Weiss einmal pro Monat eine Yin Yoga-Klasse am Freitagabend. Und Cris Bolliger gibt jeweils am Dienstagabend von 20.00-21.15 eine Yin und Yang Stunde (zuerst etwas Bewegung, danach Yin Yoga).

 

Weitere Infos zu Yin Yoga / Quelle:

Stefanie Arend, einzigartig 

Ein Beitrag von:

Iris Stadelmann

Iris Stadelmann

Gründerin Yogart, Teacher, Bloggerin

Mein Weg zum Yoga hat schon in der Schulzeit begonnen. Doch bis ich regelmässig Yoga übte, dauerte es noch etwas. Via Asanas (körperlichen Übungen) fand ich dann mit der Zeit auch den Zugang zu den anderen Aspekten des Yogas, wie Atemtechniken, Meditation, Mantras. Vor ein paar Jahren habe ich dann meine erste Yogalehrerausbildung gemacht. Diese brachte einen regelrechten Stein ins Rollen.

Während mehreren Jahren habe ich verschiedenste Ausbildungen bei diversen internationalen Lehrern und Lehrerinnen absolviert, wie z.B. Baron Baptist (Power Vinyasa), Chris Chavez (Anusara), Julie Rose Smerdon (Anusara), John Oglivie (Purna Yoga & Yoga Therapeutics), Ana Davis (Pre- and Postnatal), Sean Corn (Vinyasa Flow), Maya Fiennes (Kundalini), Brie Mc Alpine (Kundalini), Duncan Peak (Power Vinyasa) und Susan Tomasko (Power Yoga). Zudem habe ich zahlreiche Workshops im In- und Ausland besucht, zum Beispiel bei Lucia Nirmala Schmidt (Faszien), Benita Wolfe Galvan (Anusara), Satyaa (Kundalini), Ross Rayburn (Anusara), Katchie Ananda (Anusara/Dharma), Richard Freeman (Ashtanga) oder Julie Martin (Vinyasa Flow). Ich bin auch Pilatesinstruktorin und Rücken- und Beckenbodentrainerin. Stetige Weiterbildung ist für mich essentiell.

Am Yoga fasziniert mich die Vielfältigkeit. Ich unterrichte ein Yoga, das auf die Körperausrichtung fokussiert, ohne dass es an Dynamik mangelt. Meine ruhige Art zu unterrichten steht dabei nicht im Wege, im Gegenteil.

Ich habe einen Master of Art in Kunstgeschichte und Anglistik sowie das höhere Lehramt für Mittelschulen abgeschlossen und bin Mutter von Joel und Maurice. Für einige Zeit habe ich in den USA und in Australien gewohnt.

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