Vor lauter Begeisterung darüber, dass ich meine eigenen Malas geknüpft habe ich im letzten Blogbeitrag ganz vergessen zu erklären, was eine Mala eigentlich ist. Das hole ich hier jetzt nach.

Was ist eine Mala?

Mala ist das Sanskrit-Wort für Kranz und bezeichnet eine hinduistische oder buddhistische Gebetskette. Also ist eine Mala sozusagen ein Equivalent zu einem Rosenkranz, die man zum rezitieren von Mantren verwendet.
Eine Mala besteht traditionellerweise aus 108 Perlen plus der sogenannten Guru-Perle (diese wird manchmal auch Sumeru- oder Bindu-Perle genannt). Oft hat sie auch noch eine Quaste dran.

Die Perlen sind meist aus Naturmaterialien, also aus Holz, (Halbedel-)Steinen, Lava oder auch aus Rudrakshas, den getrockneten Steinen aus den Früchten des besonders heilsamen Rudraksha-Baumes.

Warum 108 Perlen?

Sowohl die hinduistische, als auch die buddhistische Mala haben 108 Perlen, der Grund ist aber je nach Religion ein anderer. Im Hinduismus haben die Malas 108 Perlen, weil die hinduistischen Gottheiten 108 Namen haben. Es gilt als heilige Handlung alle diese 108 Namen aufzuzählen und dabei die 108 Perlen an der Mala abzuzählen.Im Buddhismus hingegen liegt der Grund für die 108 Perlen darin, dass die Weisheiten Buddhas in den 108 Bänden des Kanjur festgehalten wurden. Hier steht also jede Perle für eines der weisen Bücher. Oft werden die 108 Perlen in 4 Abschnitte von je 27 Perlen unterteilt. Die 4 Bereiche symbolisieren dann die Absicht 27 Leidenschaften in 27 Geistesqualitäten zu verwandeln, und 27 Herzenstrübungen zu überwinden, um 27 Eigenschaften zu erreichen.

108 ist im Hinduismus und im Buddhismus aber allgemein eine heilige Zahl. Dies widerspiegelt sich an diversen Orten. Zum Beispiel tanzt Shiva seinen Tanz in 108 Schritten, oder es gibt 108 Störgefühle im tibetischen Buddhismus. Im japanischen Buddhismus glaubt man, dass man 108 irdischen Versuchungen widerstehen muss, um das Nirwana zu erreichen. Und in gewissen Formen von Buddhismus glaubt man, dass der Mensch 108 verschiedene Gefühle kennt. Und in der hinduistischen Astrologie gibt es 12 Tierkreiszeichen (Rashis) und 9 Planeten. 9x12=108 Ausserdem gibt es 27 Sterngruppen, die jeweils in 4 Viertel (Pada) unterteilt sind, also 108 Teilgruppen.
Es gäbe noch unzählige weitere Orte, Momente, Sagen, in denen die Zahl 108 eine wesentliche Rolle spielt.  

Wie wird eine Mala verwendet?

Die Mala wird heutzutage oft einfach so als Schmuckstück verwendet. Traditionellerweise aber wird sie aber als Gebetskette oder zum Meditieren verwendet. Zu diesem Zweck hält man sie in der rechten Hand und lässt Perle für Perle durch die Finger gleiten , um die Mantren oder Gottesnamen zu zählen, die man rezitiert. Die restliche Mala kann man locker in die linke Hand gleiten lassen. Es ist wichtig, dass die Mala nie einfach auf dem Boden aufliegt, um sie rein zu halten. Die Mantren kann man laut oder leise, beziehungsweise auch nur innerlich aufsagen.

Beim Zählen ist die Guru-Perle der Ausgangspunkt. Sie dient also der Orientierung, wird aber nie mitgezählt. Kommt man wieder bei der Guru-Perle an, weiss man, dass man das Mantra jetzt 108 Mal aufgesagt hat. Möchte man weiter meditieren, kehrt man die Kette einfach. Man wandert mit den Fingern nie über die Guru-Perle!

Ich persönlich ziehe Malas hauptsächlich deshalb an, um einen Farbakzent in meinen sonst relativ dezenten Outfits zu setzen. In Situationen, in denen ich mich konzentrieren muss, oder etwas ruhiger werden möchte, lasse ich die Perlen durch meine Finger gleiten. Das wirkt wie eine Mini-Meditation und hat einen extrem beruhigenden Effekt. Da ich jede meiner Malas selbst gemacht habe, hat zudem jede Kette auch noch ihre eigene Geschichte, ist einem anderen Thema gewidmet. So gesehen ist also meine Mala-Sammlung auch eine Art psychologische Werkzeugkiste, die mich stärkt.

 

Ein Beitrag von:

Iris Stadelmann

Iris Stadelmann

Gründerin Yogart, Teacher, Bloggerin

Mein Weg zum Yoga hat schon in der Schulzeit begonnen. Doch bis ich regelmässig Yoga übte, dauerte es noch etwas. Via Asanas (körperlichen Übungen) fand ich dann mit der Zeit auch den Zugang zu den anderen Aspekten des Yogas, wie Atemtechniken, Meditation, Mantras. Vor ein paar Jahren habe ich dann meine erste Yogalehrerausbildung gemacht. Diese brachte einen regelrechten Stein ins Rollen.

Während mehreren Jahren habe ich verschiedenste Ausbildungen bei diversen internationalen Lehrern und Lehrerinnen absolviert, wie z.B. Baron Baptist (Power Vinyasa), Chris Chavez (Anusara), Julie Rose Smerdon (Anusara), John Oglivie (Purna Yoga & Yoga Therapeutics), Ana Davis (Pre- and Postnatal), Sean Corn (Vinyasa Flow), Maya Fiennes (Kundalini), Brie Mc Alpine (Kundalini), Duncan Peak (Power Vinyasa) und Susan Tomasko (Power Yoga). Zudem habe ich zahlreiche Workshops im In- und Ausland besucht, zum Beispiel bei Lucia Nirmala Schmidt (Faszien), Benita Wolfe Galvan (Anusara), Satyaa (Kundalini), Ross Rayburn (Anusara), Katchie Ananda (Anusara/Dharma), Richard Freeman (Ashtanga) oder Julie Martin (Vinyasa Flow). Ich bin auch Pilatesinstruktorin und Rücken- und Beckenbodentrainerin. Stetige Weiterbildung ist für mich essentiell.

Am Yoga fasziniert mich die Vielfältigkeit. Ich unterrichte ein Yoga, das auf die Körperausrichtung fokussiert, ohne dass es an Dynamik mangelt. Meine ruhige Art zu unterrichten steht dabei nicht im Wege, im Gegenteil.

Ich habe einen Master of Art in Kunstgeschichte und Anglistik sowie das höhere Lehramt für Mittelschulen abgeschlossen und bin Mutter von Joel und Maurice. Für einige Zeit habe ich in den USA und in Australien gewohnt.

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