Viele Wege führen nach Rom – aber nicht alle gleich bequem

Ich habe schon auf viele verschiedene Arten gefastet und gedetoxt. Als ich dann Kinder kriegte musste ich ein paar Jahre pausieren, da weder Schwangerschaft noch Stillzeit geeignete Zeiten dafür sind. Doch als ich meinen zweiten Sohn abstillte wartete ich eine ganze Weile. Ich versuchte, ein geeignetes Zeitfenster für meine rigorosen Fastenkuren zu finden. Eine Woche, in der ich Ruhe habe, keine Verpflichtungen und ganz viel Zeit für mich. Irgendwann musste ich einsehen: Die perfekte Zeit zum Nichtstun  und mich ausklinken kommt in den nächsten paar Jahren wohl nicht. Dann lernte ich Stephanie Albert von Parvatasana kennen und sie führte mich ins ayurvedische Detoxen ein.

 

Die Vorteile des Ayurvedisch inspirierten Detoxens

Ich habe ihre Methode weitgehend übernommen. Ihre pragmatische Herangehensweise hat mich inspiriert, meine ganz eigene Detox-Kur zu machen. Das kann ich jedem nur empfehlen. Denn nur weil wir entgiften wollen, heisst das eigentlich nicht, dass wir uns quälen müssen. Wenn ich so detoxe, habe ich kaum Kopfschmerzen, kann im Alltag trotzdem gut ‚funktionieren‘ und auch das Familienleben kaum betroffen. Ich esse zwar etwas anderes als mein Mann und die Kinder, aber ich esse auch.
Das Kitchari ist so zusammengesetzt, dass es alle Geschmacksrichtungen, sowie auch Fett, Eiweiss und Kohlenhydrate enthält. Deshalb fehlt weder dem Körper noch dem Gemüt etwas in dieser Detox-Zeit. Dennoch ist es sehr leicht verdaulich und fördert die Ausscheidung, da es basisch wirkt. Diese ‚Zauberformel‘ ist wohl dafür verantwortlich, dass es einem so leicht fällt, mit Kitchari zu fasten.

Weniger ist mehr

Trotzdem empfiehlt es sich natürlich, während des Detoxens möglichst wenig Stress zu haben. Beim Detoxen wollen wir ja loslassen, das geht besser, wenn wir insgesamt möglichst wenig machen, oder anders gesagt: Ruhe unterstützt den Entgiftungsprozess. Yoga, Meditation, Spaziergänge oder auch ein Hamambesuch tun gut und helfen zusätzlich beim Loslassen des Ballasts, den wir abwerfen wollen.
Am übersichtlichsten ist es, wenn ich ein Tagesablauf beschreibe. Ihr könnt den genauso übernehmen, oder auch Euren Bedürfnissen anpassen. Diesen Plan befolge ich mindestens 3 Tage, vorzugsweise aber 7-10.

Mein Detox-Tagesablauf

  • Als allererstes reinige ich jeden Morgen die Zunge. Am einfachsten geht das mit einem Kaffeelöffel oder einem Zungenschaber.
  • Dann Öl ziehen (= ein hochwertiges Öl für mindestens 5 min, am besten für ca 20 min. im Mund ständig bewegen), danach Mund mit warmem Wasser spülen und Zähne putzen.
  • Nase spülen (am einfachsten geht es mit einem Neti Pot)
  • Warmes Wasser oder noch besser warmes Ingwerwasser mit Zitrone langsam trinken. (Zitrone ist sehr entgiftend und hilft gegen Kopf- und Gliederschmerzen.)
  • Kitchari aufsetzen (ich bereite mir immer eine Tagesration vor. Natürlich kann man es sich auch jedes Mal frisch kochen. Aus ayurvedischer Sicht wäre das natürlich wünschenswert)
  • Ein paar Yogaübungen und Pranayama machen während das Kitchari köchelt. Wenn es geht dabei noch mehr trinken, entweder Tee, gefiltertes oder abgekochtes Wasser oder auch noch etwas mehr Ingwerwasser.
  • Zum Frühstück Kitchari essen, oder auch einfach mehr trinken.
  • Insgesamt viel trinken
  • Zum Zmittag Kitchari
  • Zum Znacht Kitchari – möglichst früh. Nicht mehr nach 18.00.
  • Yoga
  • Basenvollbad (mind. 45 Minuten) – es entsäuert den Körper und hilft zu entspannen. Ich nehme es an den ersten beiden Tagen und nachher jeden zweiten. Ab einem Arbeitsintensiveren Tag kann man auch ein Basenfussbad irgendwann zwischendurch, oder beim Aebdnessen oder so einbauen (so nach dem Motto: besser als nichts.)
  • Einlauf (zum Beispiel mit Kräutertee, mit warmen Öl oder einfach mit warmen Wasser. Klistierer kann man in der Apotheke kaufen). Ich mache aber die Einläufe nur an den ersten beiden Tagen. Danach ist es für mich und meine Verdauung besser, nicht mehr zu viel einzugreifen.
    (In meinen allersteren Fastenkuren habe ich den Einlauf ganz weggelassen, weil es mich ekelte und ich auch etwas Respekt davor hatte. Aber ich litt damals extrem unter Kopf- und Gliederschmerzen. Seit ich angefangen habe am ersten Tag und meist auch am zweiten, einen Einlauf zu machen, ist das viiiiel besser!
  • Viel Schlafen…

Falls zwischendurch mehr Energie gebraucht wird, kann man ein paar Nüsse (z.B. Macadamia, Brazil-Nüsse oder Mandeln) essen.

 

Rezept Kitchari

Zutaten:

  • Koriander-, Fenchel-, Kreuzkümmelsamen, Kurkuma, Asafoetida, Salz & Pfeffer, ev auch ein paar Senfsamen
  • Ghee oder auch Kokos- oder Sesamöl
  • 1 Tasse gelbe, geschälte Mungbohnen (erhältlich bei Sesam Natura oder anderen Bioläden/alternativ können auch andere Linsen oder Hülsenfrüchte verwendet werden)
  • 1 Tasse Reis (oder Amaranth oder Quinoa)
  • Saisonales Gemüse oder frische Kräuter (falls gewünscht)
  • ev frischen Ingwer
  • Zitronensaft
  • ev. etwas Kokosmilch

Zubereitung:

  • Koriander-, Fenchel-, und Kreuzkümmelsamen mörsern (oder Pulver verwenden. Es gibt auch fertige Mischungen im Bioladen oder in Ayurveda-Läden. Ich mag diese sehr gerne, so quasi als Grundlage)
  • Ghee erhitzen, gemörserte Samen sowie die anderen Gewürze zugeben und mit dem Mungdal und dem Reis und ev. das Gemüse (Geüse ist optional) anrösten
  • Mit 4 Tassen Wasser ablöschen, nur kurz umrühren und nachher während ca. 40 Minuten einfach so köcheln lassen (es bilden sich sogenannte ‘steamholes, durch diese der Dampf zieht und den ganzen Inhalt im Topf gleichmässig gar kocht, so wird das Kitchari recht fluffig und fein. Sonst läuft man Gefahr, dass es etwas breiig und pappig wird. Wenn man nicht rührt, hockt übrigens auch nichts an.)
  • Zum Schluss mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. (so wenig Salz wie möglich)
  • Ev Kitchari mit frischen Kräutern würzen, und/oder etwas Kokosmilch dazugeben (letzteres ist schon recht Freestyle. Aber es verhilft zu mehr Abwechslung und tut der positiven Wirkung des Kitcharis keinen Abbruch).

 

Ein Beitrag von:

Iris Stadelmann

Iris Stadelmann

Gründerin Yogart, Teacher, Bloggerin

Mein Weg zum Yoga hat schon in der Schulzeit begonnen. Doch bis ich regelmässig Yoga übte, dauerte es noch etwas. Via Asanas (körperlichen Übungen) fand ich dann mit der Zeit auch den Zugang zu den anderen Aspekten des Yogas, wie Atemtechniken, Meditation, Mantras. Vor ein paar Jahren habe ich dann meine erste Yogalehrerausbildung gemacht. Diese brachte einen regelrechten Stein ins Rollen.

Während mehreren Jahren habe ich verschiedenste Ausbildungen bei diversen internationalen Lehrern und Lehrerinnen absolviert, wie z.B. Baron Baptist (Power Vinyasa), Chris Chavez (Anusara), Julie Rose Smerdon (Anusara), John Oglivie (Purna Yoga & Yoga Therapeutics), Ana Davis (Pre- and Postnatal), Sean Corn (Vinyasa Flow), Maya Fiennes (Kundalini), Brie Mc Alpine (Kundalini), Duncan Peak (Power Vinyasa) und Susan Tomasko (Power Yoga). Zudem habe ich zahlreiche Workshops im In- und Ausland besucht, zum Beispiel bei Lucia Nirmala Schmidt (Faszien), Benita Wolfe Galvan (Anusara), Satyaa (Kundalini), Ross Rayburn (Anusara), Katchie Ananda (Anusara/Dharma), Richard Freeman (Ashtanga) oder Julie Martin (Vinyasa Flow). Ich bin auch Pilatesinstruktorin und Rücken- und Beckenbodentrainerin. Stetige Weiterbildung ist für mich essentiell.

Am Yoga fasziniert mich die Vielfältigkeit. Ich unterrichte ein Yoga, das auf die Körperausrichtung fokussiert, ohne dass es an Dynamik mangelt. Meine ruhige Art zu unterrichten steht dabei nicht im Wege, im Gegenteil.

Ich habe einen Master of Art in Kunstgeschichte und Anglistik sowie das höhere Lehramt für Mittelschulen abgeschlossen und bin Mutter von Joel und Maurice. Für einige Zeit habe ich in den USA und in Australien gewohnt.

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