Breathwork – was ist das überhaupt?

Atmen, einfach nur ein- und ausatmen. Das ist Breathwork. So simpel das klingt, so überraschend viel mehr ist es. Breathwork ist nämlich genau auch das, was es sagt. AtemARBEIT. Man atmet bewusst tiefer und auch etwas schneller als man das sonst tut. ‘Das halt ich nicht durch’ war einer meiner ersten Gedanken. Irgendwie hatte ich auch Angst davor, was es auslösen würde, Angst vor dem Kontrollverlust. Aber bald schon war ich abgelenkt durch all das, was Breathwork mir gezeigt und mich gelehrt hat. Und plötzlich war die Session schon vorbei.

 

Niemand blieb unberührt

Wie wirkungsvoll Breathwork ist, hat sich bei allen sehr schnell gezeigt. Aber bei allen auch sehr unterschiedlich. Die wohl am häufigsten wahrgenommene Wirkung war ein Kribbeln in den Händen oder Füssen, oder ein bisschen überall. So quasi der Sauerstoff, der die Zellen wachkitzelt, die sonst gerne etwas vor sich hindösen. Manche fühlten sich danach leichter, als ob sie schwebten, andere im Gegenteil, als ob sie jemand auf den Boden drücken würde. Wieder andere hatten krampfartige Gefühle, oder es begann sie zu schütteln. Bei einigen flossen die Tränen, andere schüttelte es vor Lachen.
Ich selbst fühlte zuerst auch das Kribbeln, zunächst in den Händen, dann breitete sich das auf den ganzen Körper aus. Gleichzeitig merkte ich aber auch – mit Hilfe von Nik – dass ich beim Ausatmen nicht ganz loslasse. Im Bereich des Solarplexus, also dem 3. Chakra (dem Chakra, das mit Angst vor Kontrollverlust zu tun hat) blieb immer eine gewisse Spannung zurück, die mich nicht komplett auf den Boden sinken liess, de mich nicht 100% ent-spannen liess. Also versuchte ich mit jedem Atemzug etwas mehr loszulassen, etwas mehr in die Matte zu sinken, etwas von meiner Anstrengung und meiner Anspannung loszulassen. Und irgendwann kam dann das Gefühl aus, nur noch ausatmen zu wollen. Und bald hatte ich hatte das Gefühl, leicht zu werden und auf einem leicht schwankenden Boot oder Raumschiff wegzuschweben.

 

 

Das Crescendo nach der Session

 

Die Breathwork Session selbst war ein wahnsinniges, ein bewegendes Erlebnis.Doch, was danach kam, fand ich noch faszinierender. Nach der Session hatten selbst die introvertiertesten unter uns das Bedürfnis, sich mitzuteilen. Entweder in der Gruppe oder einfach dem Sitznachbarn. Diese Verbundenheit war tief und schön. Ich, die sonst nicht so ein körperlicher Mensch bin, die lieber einfach so ‘Hallo’ sagt anstatt drei Küsschen zu geben, ich umarmte meine Kollegin. Einfach so. Unaufgeregt. Unangestrengt. Authetisch. Und ohne zu reden, haben wir uns so viel mitgeteilt.
In losen Gruppen wurde geredet. Und hier und dort enstanden richtig tiefe, gute Gespräche. Gespräche, in denen man offener war als gewohnt. Alle waren wir wie ‘geflasht’, glücklicher, gelöster. Mit leuchtenden Augen.

Auch die Tage nach der Session fühlte ich mich leichter – so wie man sich fühlt, wenn man mal wieder tief durchgeatmet hat.Man kann sagen, es sei Zufall, aber ich glaube nicht an Zufälle. Einige Tage nach der Session kam ich in eine Situation, in der ich normalerweise nach dem Prinzip ‘Augen zu, Luft anhalten und durch’ funktioniert hätte. Diesmal nicht. Wer weiss, vielleicht war das Initialzündung für einen Paradigmenwechsel.
Ich bin gespannt auf die nächste Session. Wie ich das erleben werde. Was es in mir auslösen wird. Diesmal ohne Angst.

 

Die nächste Breathwork-Session im Yogart-Studio findet am Freitag 2.12. statt.

Ein Beitrag von:

Iris Stadelmann

Iris Stadelmann

Gründerin Yogart, Teacher, Bloggerin

Mein Weg zum Yoga hat schon in der Schulzeit begonnen. Doch bis ich regelmässig Yoga übte, dauerte es noch etwas. Via Asanas (körperlichen Übungen) fand ich dann mit der Zeit auch den Zugang zu den anderen Aspekten des Yogas, wie Atemtechniken, Meditation, Mantras. Vor ein paar Jahren habe ich dann meine erste Yogalehrerausbildung gemacht. Diese brachte einen regelrechten Stein ins Rollen.

Während mehreren Jahren habe ich verschiedenste Ausbildungen bei diversen internationalen Lehrern und Lehrerinnen absolviert, wie z.B. Baron Baptist (Power Vinyasa), Chris Chavez (Anusara), Julie Rose Smerdon (Anusara), John Oglivie (Purna Yoga & Yoga Therapeutics), Ana Davis (Pre- and Postnatal), Sean Corn (Vinyasa Flow), Maya Fiennes (Kundalini), Brie Mc Alpine (Kundalini), Duncan Peak (Power Vinyasa) und Susan Tomasko (Power Yoga). Zudem habe ich zahlreiche Workshops im In- und Ausland besucht, zum Beispiel bei Lucia Nirmala Schmidt (Faszien), Benita Wolfe Galvan (Anusara), Satyaa (Kundalini), Ross Rayburn (Anusara), Katchie Ananda (Anusara/Dharma), Richard Freeman (Ashtanga) oder Julie Martin (Vinyasa Flow). Ich bin auch Pilatesinstruktorin und Rücken- und Beckenbodentrainerin. Stetige Weiterbildung ist für mich essentiell.

Am Yoga fasziniert mich die Vielfältigkeit. Ich unterrichte ein Yoga, das auf die Körperausrichtung fokussiert, ohne dass es an Dynamik mangelt. Meine ruhige Art zu unterrichten steht dabei nicht im Wege, im Gegenteil.

Ich habe einen Master of Art in Kunstgeschichte und Anglistik sowie das höhere Lehramt für Mittelschulen abgeschlossen und bin Mutter von Joel und Maurice. Für einige Zeit habe ich in den USA und in Australien gewohnt.

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